Leseproben     Roswitha Miller

"... mi frogt jo kana ..."


es geht aufwärts

des lebm mocht an des lebm
leida sehr oft unhamlich schwer
auf amoi bist gaunz unt und glaubst
jetzt schoffst des nimmamehr

daun sichst die klanste klanichkeit
die schief geht ois malör
wos d’sunst ned amoi merkn tätst
scheint dir jetzt zentnerschwer

doch wenn ma aun an tiefpunkt is
kauns nur mehr aufwärts geh
und plötzlich scheint wieda die sunn
des lebm is wieda sche

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wos i gern hätt

ach wos hätt i olles gern:
dass ma ana a poa stern
aus süba oda a aus goid
vom himme direkt owehoit
den männern oba die i kenn
liegt sowos leida gänzlich fern

ach wie hätt i doch so gern:
siaße kirschn ohne kern
weu die spuckerei beim essn
losst mi den genuss vagessn
doch wia imma is ma kloa
aus dem wunsch wird a nix wean

wie hätt i do so gern:
d’gaunze wöd ohne kasern
ohne woffn und soidodn
die do lernan s’gwehr zum lodn
und zum schiassn aufeinaund
ehrlich – is des ned zum rean?

oba leida olla sterne
und die kirschn ohne kerne
und die wöd ohne kaserne
san a wunschtraum aus da ferne
d’menschheit is no ned so weit
des dauert no a ewigkeit

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Ende der Leseprobe