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Helmut Wagner hat sich von
1973-78 als Handelsdelegierter in Nigeria aufgehalten, und dortselbst
einen sehr intensiven Eindruck des Landes und seiner BewohnerInnen
gewonnen.
Sein in erster Linie witzig-zynischer Schreibstil vermag nicht
darüber hinwegzutäuschen, dass die Lebensumstände in
diesem Land nicht für viele angenehm waren.
Nichts destotrotz steht das Lesevergnügen im Vordergrund. Und man lächelt unwillkürlich über Skurriles.
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"Dr. Zorres schlägt zu! Die unglaublichen Geschichten aus dem Leben eines Landarztes"
(Dkfm. Helmut A. Wagner)
Preis: Euro 12,90 (inkl. 10 % MWSt),
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Einige Textauszüge:
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"Hätte es Dr. Zorres nicht gegeben,
hätte man ihn erfinden müssen. Aber Dr. Zorres lebte und war
in unserer hochtechnischen rationellen Welt ein Relikt aus vergangenen
Zeiten. Unverfälscht und natürlich lebte er stets sein Leben
und wurde von allen, die ihn kannten, gefürchtet aber auch
verehrt. "
...
"Die kirchliche Trauung war wunderschön, und mit verklärtem
Blick trat vor allem die junge, eben angetraute Gattin aus der Kirche.
Auch der junge Zorres war wohl aufgrund der Ereignisse nicht voll
konzentriert, denn er übersah eine zu Eis gefrorene
Wasserpfütze vor dem Kirchenausgang, und ehe er sich’s
versah, lag er in seinem schönen wenn auch ausgeborgten Festanzug
auf der Nase. ...
Schließlich wurde er um drei Uhr
früh, nach einigen Schnäpsen und Bier nicht mehr ganz
nüchtern, seiner Braut übergeben, der er in dieser Nacht wie
auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder versicherte, dass sein
Leben einen ganz anderen Verlauf genommen hätte, wäre er
schon beim Hineingehen in die Kirche gestürzt."
...
"Die Mutter war den Buben schon längst nicht mehr gewachsen, und
ihr Einschreiten wurde von den beiden nicht einmal ignoriert. Nur wenn
Dr. Zorres mit immer lauterer Stimme in der Tür zwischen
Ordination und Wohnung „Ruhe!“ brüllte, stellten die
Buben für kurze Zeit die Kampfhandlungen ein, um sie nach
wenigen Minuten mit verstärkter Intensität wieder aufzunehmen.
...
Dr. Zorres stürzte aus der Ordination, um den beiden Strolchen die
Leviten zu lesen. Aber durch den äußeren Feind sofort geeint
kämpften sich die beiden Buben mit Stühlen und Mobiliar, das
sie Dr. Zorres vor die Füße warfen, den Weg zum Ausgang frei
und verhinderten eine Ergreifung, die in dieser Phase im Hinblick auf
den hochroten Kopf und den ins Gesicht geschriebenen Zorn nicht ratsam
erschien. Normalerweise endete die Jagd an der Stiege, wo Dr. Zorres
aufgrund der Schnelligkeit der beiden Buben keine Chance sah, sie
einzuholen. Diesmal war der Ärger aber so groß, dass er
über die Stiegen hinunter die Verfolgung bis hinaus auf die
Straße aufnahm, wo Dr. Zorres – die Buben hielten geschickt
einen Respektabstand – im Ärztekittel laut schimpfend die
Hauptstraße entlanglief und abwechselnd Pflastersteine, Ziegel,
Stöcke und was sich halt so unterwegs fand, seinen Buben nachwarf.
Der ganze Ort war Zeuge, als die beiden Rangen über die geringe
Treffsicherheit ihres Vaters tief enttäuscht kopfschüttelnd
über einen Zaun kletterten und verschwanden, während Dr.
Zorres gedemütigt und ohne das angestrebte Erfolgserlebnis,
zumindest einen seiner Söhne ordentlich verprügelt zu haben,
mit gesenktem Haupt durch ein Spalier höhnisch grinsender
Mitmenschen den Rückweg zur Ordination antreten musste."
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Der Rest der 100 Seiten ist ebenso witzig geschrieben, handelt u. a. auch von Begebenheiten aus dem Krieg, ist somit nicht zuletzt ein Bild der Zeit.